Test: Kaffeemaschinen

Von Nespresso bis Cafissimo: 10 Kaffeekapsel-Maschinen im Test

Kaffee-Kreationen aus Kapselmaschinen versprechen schnellen Genuss. Mit welchem Gerät der Wunsch in Erfüllung geht, zeigt der Test.

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Im Test: 10 Kaffeekapsel-Maschinen

Mit und ohne Milchschäumer: TESTBILD prüfte 10 Kaffeekapsel-Maschinen ab 80 Euro.

Fazit: Das müssen Sie wissen

Richtig guter Kaffee braucht Zeit und kostet Mühen. Die Testkandidaten prahlen allerdings mit Geschwindigkeit und Bequemlichkeit. Diesen Widerspruch lösten die Testsieger von Krups („Expert & Milk“ mit Milchschäumer) und Tchibo Cafissimo am besten auf. Insgesamt hat der schnelle und bequeme Genuss aber einen hohen Preis: Der Kaffee ist teuer, der Müllberg groß.

Pro

  • schnelle und einfache Zubereitung
  • vielfältige Auswahl
  • bequem und sauber
  • günstige Einsteigergeräte

Kontra

  • Kaffeekapseln vergleichsweise teuer
  • Zubereitung aus Profisicht zu schnell
  • hoher Ressourcenverbrauch, hohes Müllaufkommen
Wer zur Kaffeezubereitung Kapselmaschinen verwendet, der verzichtet auf viele typischen Kaffee-Momente wie das Knirschen der zerbröselnden Bohnen in der Kaffeemühle, das Aroma des frisch gemahlenen Kaffeepulvers oder das Blubbern des kochenden. Ob sich mit den praktischen Maschinen von Nespresso bis Qbo trotzdem Genussgefühl einstellt, hat TESTBILD an zehn Geräten mit und ohne Milchschäumer überprüft.

Die Vorteile des Kapsel-Prinzips

Anders als bei klassischen Filter- oder Siebträgermaschinen kommen Nutzer von Kapselsystemen mit Kaffee gar nicht direkt in Kontakt. Denn das Pulver ist hier portionsweise und aromasicher in Aluminium- oder Kunststoff-Kapseln verschweißt, die bei der Zubereitung komplett in der Maschine verschwinden – und nach dem Brühvorgang ausgepresst in einem Sammelbehälter landen. Dieses Prinzip hat einige klare Vorteile: Es geht schnell, die Zubereitung ist einfach und sauber und viele verschiedene Kapsel-Sorten versprechen eine abwechslungsreiche Auswahl.

Die Schattenseiten der Kapsel

  • Preis: Die Geräte selbst sind oft noch erschwinglich, aber der bequeme, schnelle Kaffee aus den Kapseln hat seinen Preis. Beispiel: Der offizielle Preis für den Volluto-Espresso des Premium-Kapselanbieters Nespresso beträgt 76 Euro pro Kilo. Selbst sehr gute Espressoröstungen kosten ungemahlen selten viel mehr als 30 Euro pro Kilo. Damit ist klar: Kapsel sind fast immer deutlich teurer als gute Espressobohnen.
  • Technik-Grenzen: Weil die Geräte klein sind und der Kaffee schnell trinkfertig sein soll, brühen fast alle Geräte aus professioneller Sicht mit zu geringer Temperatur. Am besten schnitten hier die beiden Modelle von Tchibo (Qbo und Cafissimo Mini) ab.
  • Umwelt: Die Kapseln bestehen aus Aluminium, Kunststoff oder aus Kombinationen daraus – und türmen sich mit der Zeit zu einem ansehnlichen Müllberg. Nachhaltig ist das nicht, selbst wenn inzwischen viele Kapselhersteller mit kompostierbaren Kapseln experimentieren (Dolce Gusto) oder geschlossene Kreislaufsysteme etablieren wollen (Nespresso). Wer prinzipiell Müllvermeidung über Müllverwertung stellt, sollte auf Kapselsysteme lieber verzichten.

Der Test: Technik und Genuss

Wer eine neue Kaffeemaschine ins Auge gefasst hat, hat vor allem zwei Fragen: Taugt die Maschine etwas? Macht sie Kaffee, der schmeckt? Hier die Antworten:
  • Handhabung: In einem mehrwöchigen Praxistest haben zehn Tester alle Maschinen im täglichen, haushaltstypischen Einsatz geprüft. Dazu gehörte vor allem: Kaffee kochen, je nach Gerät Milch aufschäumen, die Maschine pflegen sowie reinigen – und natürlich Kaffee trinken.
  • Leistung: Danach wurden alle Kandidaten im Testlabor auf Herz und Nieren getestet. Dabei haben die Experten etwa Temperaturen, Durchlaufgeschwindigkeiten und Milchschaum-Volumina gemessen.
  • Geschmack: Ob die Maschinen am Ende auch guten Kaffee machen, ist für die meisten Nutzer das wohl wichtigste Kriterium. Natürlich hat TESTBILD auch den Geschmack getestet, aber das Ergebnis bestimmt zu weniger als 50 Prozent das Endergebnis. Das hat vor allem einen Grund: Ob der gebrühte Kaffee lecker ist, hängt auch von Faktoren ab, die nichts mit der Maschine zu tun haben. Dazu zählen etwa die Wasser- und Kaffeequalität, die Kaffeesorte und nicht zuletzt die Vorlieben des Kaffeetrinkers. Für ein möglichst ausgewogenes Meinungsbild hat TESTBILD die Einschätzung der Probanden abgefragt, die im Testzeitraum alle Maschinen mit den jeweils beliebtesten Kaffeesorten ausprobierten. Zusätzlich brühte TESTBILD zusammen mit einem Profi von der Speicherstadt Kaffeerösterei mit jeder Maschine einen Standard-Espresso der jeweiligen Marke.

Die kleinen Unterschiede

Der Test hat gezeigt: Die Entscheidung für oder gegen einen bestimmten Kandidaten lässt sich vor allem anhand der kleinen Unterschiede fällen, denn ihren Haupt-Job – schnell, bequem und sauber trinkbaren Kaffee zubereiten – beherrschen alle Modelle ähnlich gut. Daher sollten sich Interessenten mit einem Blick auf die ­Testergebnisse (siehe Bildergalerie unten) den folgenden Punkten widmen:
  • Milchschäumer: Die besten Resultate lieferten im Test die separaten Schäumer „Aeroccino“ bei den Modellen von Kitchen Aid und Krups.
  • Durchlaufzeit: Nach Profi-Maßstäben pressen viele der Modelle das Wasser zwar etwas zu schnell durch den Kaffee, doch diese Maschinen sind nun mal für Kaffee auf die Schnelle ausgelegt. Die Maschinen von ­De’Longhi und Krups waren unter dieser Maßgabe die schnellsten und besten: Espresso lieferten sie in 15 Sekunden oder noch flotter.
  • Extras: Technisch gesehen sind alle Maschinen ähnlich aufgebaut. Ausnahme: Die Qbo von Tchibo lässt sich mit dem heimischen WLAN verbinden und dann per App oder sogar Alexa-Sprachbefehl steuern. So eine Fernsteuerung ist ein nettes Gimmick mit geringem Nutzwert – schließlich kann Alexa keine Kaffeekapsel einschieben oder die Tasse unter den Auslauf stellen. Aber immerhin: Es funktioniert, wirkt supermodern und bringt Spaß – und der ist im Umgang mit Kapselmaschinen ansonsten ja eher Mangelware.

Galerie: Von Nespresso bis Cafissimo: 10 Kaffeekapsel-Maschinen im Test